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Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus

Dieses Buch ist ein besonderes Lesevergnügen, Es bringt Lachen, Empörung, Beifall und heftiges Kopfnicken hervor!!

Anfang der sechziger Jahre waren Emanzipation und Gleichberechtigung für Frauen weder in Europa noch in Amerika Lebenswirklichkeit. Die Männer dachten nicht daran, irgendwelche Fähigkeiten außerhalb von Haushalt und Küche anzuerkennen oder zuzulassen.. Frauen hatten fügsam zu sein, sexuell zur Verfügung zu stehen und ansonsten nicht weiter aufzufallen.

In dieser Hinsicht hat sich tatsächlich einiges geändert, dennoch liest sich dieses Buch stellenweise bestürzend aktuell.

Die hochbegabte Chemikerin Elizabeth Zott schafft es bis ins Hastings Forschungsinstitut in Kalifornien. Dort trifft sie, trotz ihrer unbestreitbaren Fähigkeiten, nur auf Missgunst, sexuelle Übergriffe und Verachtung seitens der Männer. Nur Calvin Evans, ein Doktor der Chemie mit Nobelpreisnominierungen, anerkennt Elizabeths Fähigkeiten. Der introvertierte Calvin und die begabte Elizabeth werden ein glückliches, aber unverheiratetes Paar. Sie ergänzen sich beruflich, sie genügen einander und wirken auf andere eher wie Menschen, die eine leichte Form des Asperger Syndroms haben könnten. Ein Merkmal ist, dass sie nicht fähig sind zu lügen, was im Umgang mit den meisten Menschen durchaus zu Schwierigkeiten führen kann.

Als eines Tages Calvin verunglückt und Elizabeth mit einer Tochter allein zurückbleibt, nutzt das Hastings Institut die Gelegenheit und kündigt ihr unter einem Vorwand.

Was soll nun werden? Sie ist ja noch nicht einmal ordentlich verwitwet, sondern „so eine, die sich an Männer heranmacht und auch noch ein uneheliches Kind hat von dem armen Mann“.

Durch Zufall gerät sie an den Job als Moderatorin einer Kochshow, die sie – gewohnt professionell – von der chemischen Seite her aufzieht. Kochen bedeutet Veränderung der Zustände! Die Zuschauerinnen sind begeistert über diese Art der Unterhaltung mit Lerneffekt.

Aber das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte, das an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll.

Lesen Sie das Buch: der Blick auf die sechziger Jahre ist wichtig, um zu wissen, was die Frauen erreicht haben. Der Blick auf das Denken der Männer in dieser Zeit ist wichtig, um das mit allem Nachdruck nicht mehr zu dulden.

Lesen Sie das Buch: es ist ein Ansporn, um Verständnis für andere Denkweisen zu entwickeln und – um die Faszination der Chemie beim Kochen zu entdecken.

 

Gelesen von Marlies Marquardt

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783492071093
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Kategorie: Romane